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Quo vadis traditionell hergestellter deutscher Winzersekt?

Jetzt ist es offiziell: Mein Blog über traditionell hergestellten deutschen Winzersekt, Champagner und Cava ist online.

Ich habe den Sprung ins kalte Wasser gewagt und eine Website mit Blog über flaschenvergorenen deutschen Sekt ins Leben gerufen. Fragst du dich auch warum billiger Sekt billig schmeckt und ob es nichts Anderes gibt? Dann findest du hier einen Wegweiser, wie man sich im Dschungel des deutschen Sekts zurechtfindet.

Am Ende des Tunnels ist ein Licht? Nein es ist Winzersekt. Oder vielleicht entscheidest du dich für etwas anderes? Lass es uns herausfinden. Es ist eine tolle Sache den eigenen Geschmack zu entwickeln. Das braucht etwas Mut, gesunden Menschenverstand und einen Schubs in die richtige Richtung.

Ich helfe beim schubsen, indem ich meine Erfahrungen und Erlebnisse hier niederschreibe. Zusammen mit Grundwissen zu Schaumweinen nach traditionell hergestellten Flaschengärungsverfahren.  

Bloginhalt

In diesem Blog gibt es immer wieder Beiträge und Neuigkeiten über (hauptsächlich) deutschen Winzersekt. Dazwischen finden sich andere Schaumweine, wie zum Beispiel spanischer Cava oder hier und da mal Champagner. Eines haben alle Schaumweine gemeinsam. Sie sind mit dem traditionellen Flaschengärungsverfahren hergestellt worden.

Meine Meinung ist nicht immer unbedingt das, was als politisch korrekt bezeichnet wird, aber sie ist 100% ich und ehrlich.

Warum Winzersekt?

Seit 3,5 Jahren befasse ich mich intensiv mit Schaumwein. Ich trinke kaum noch etwas anderes und bei 2-3 Gläsern am Tag wird Champagner einfach langweilig. Deswegen bin ich beim Winzersekt gelandet. Das ist deutscher Sekt, der aus selbst erzeugten Trauben im Flaschengärungsverfahren gewonnen wird. Der schien mir am ehrlichsten ohne grosses Trara, wie beim Champagner.

Willkommen im Dschungel

Leider gibt es beim deutschen Sekt keine klare Orientierung für den Verbraucher oder eine eine erkennbare Profilierung der Gebiete. Da ist nur eine unüberschaubare Vielfalt. Jeder Verband kocht seine eigene Suppe. Es gibt den Deutschen Sektverband, den VDP (Verband deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter) oder den Verband der Traditionellen Klassischen Flaschengärer. Jeder bastelt an eigenen Vorgaben für die Mitglieder.

Was ist denn so schwierig daran sich an einen Tisch zu setzen und eine einheitliche Klassifizierung zu erstellen? Ich sehe das als eine Grundvoraussetzung, dass der deutsche Winzersekt sich international positionieren kann.

Marketingwahnsinn

Die Branche ist dazu in vollem Wandel. Der bodenständigen Winzer scheint auszusterben. Die Marketingmaschine läuft in vollem Gange. Je bizarrer und unverständlicher die Erläuterungen, desto besser scheint der Absatz zu laufen.

Neustes Beispiel beim Winzer des Vertrauens:
Wir: „Der Sekt schmeckt uns nicht mehr. Er hat sich verändert seit dem letzten Jahrgang. „Winzer: „Ja das stimmt. Wir machen unseren Sekt jetzt geradliniger, dann entfaltet sich der Geschmack nicht gleich im ersten Glas. Aus diesem Grund ist der Sekt noch nach dem 2. und 3. Glas zu geniessen.“

Bitte? Im Klartext hiess das: Weg war der feine fruchtige Geschmack und die zarte, prickelnde Perlage aus natürlich entstandener Kohlensäure, die beim traditionellen Flaschengärverfahren ensteht (Ich kann auch Marketing 😄). Weg war die leicht verdauliche Säure des Vorgängerjahrganges. Der Sekt war durchgehend flach ohne Höhen und Tiefen und zu säurelastig. Mit entsprechendem Alkoholpegel fällt das dann nicht mehr so auf. Kostenpunkt 30 Euro. Nein Danke.

Der Winzer ist übrigens ausgelistet. Er wird weiter beobachtet, möglicherweise ist ja nur eine Phase.

Es muss nicht immer Champagner sein

Leider ist das nicht der einzigste Winzer, der den Sekt extrem säurelastig anbietet. Es ist zu beobachten, dass viele deutsche Winzer anscheinend Champagner machen wollen. Es gibt keiner so richtig zu, aber das Endprodukt spricht für sich.

Warum frage ich mich? Der deutsche Winzersekt muss sich nicht verstecken. Mumm und Rotkäppchen schon. Winzersekt gewinnt ständig Blindverkostungen gegen Champagner. Ist es wirklich das Ziel, den Franzosen nachzueifern? Schöner Schein, tolle Fassade, ähm ich meine Flasche, aber was steckt drinnen? Stellt denn keiner mehr Fragen, was er da trinkt?

Ich gebe zu, ich habe auch getrunken, was mir vor die Nase gestellt wurde. Und wenn die Flasche dann auch noch Geld kostet, dann ist die Erwartungshaltung gross. Es muss einfach schmecken. Der erste Veuve Clicquot war schrecklich. Ich dachte es liegt an mir, dass der Champagner mir nicht schmeckt. Ganz falsche Logik. Ich hatte recht. Der Veuve Clicquot schmeckt mir nicht.

Ich hab mich darauf schlau gemacht. „Champagne“ ist markenrechtlich geschützt und Schaumwein, der aus selbst erzeugten Trauben im Flaschengärungsverfahren gewonnen wird. Klingt das bekannt? Das Gleiche trifft auch auf Winzersekt zu. Das Marketing der Franzosen ist nur einfach besser. Anders gesagt, jeder jeder Champagner und kaum einer Winzersekt.

Kurz gesagt heisst meine Devise: Bewusst verkosten, zuhören und nachfragen. Dann wird das Geld nicht den Abfluss runter gespült und ich meine das wörtlich.

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