Veuve Clicquot, brut, 2008

Willkommen bei POP oder FLOP.

Bewertungen sind wichtig, um Schaumweine zu verstehen. Ich habe mich für ein einfaches POP oder FLOP Bewertungssystem entschieden. Alles, was ich gerne wieder trinken möchte, ist ein POP. FLOP hat mir nicht geschmeckt. Mein Geschmack ist allerdings nicht ganz alltäglich. Mehr dazu findest du im Sektkeller.

Natürlich ist die Bewertung nur ein Richtmaß. Ein Schaumwein ist gut, wenn er schmeckt, egal welche Bewertung er bekommen hat!

Fakten

Veuve Clicquot 2008 brut

🌐 Region: Reims, Champagne
🇫🇷 Land: Frankreich
🍾 Sorte: Champagner
🍇 Rebsorte: 60% Pinot Noir, 35% Chardonnay, 5% Meunier
🌶️ Geschmack: brut/ herb
📅 Jahrgang: 2008
📅 Degorgierdatum: März 2017
🥂 Alkohol: 12,0%
🍭 Restzucker: –
⚠️ Säure: –
💰 Preis: 69,00 €
🏆 Wertung: FLOP

🥂 Getränk des Tages: 16.01.2020

Ich habe um die grossen Champagnerhäuser immer einen riesigen Bogen gemacht. Champagner ist für mich nichts Besonderes. Ich bin kein Fan von vertrautem, verlässlichem und wiederkehrendem Geschmack. Dazu ist viel mischen nötig, oder sollte ich sagen: panschen? Die Franzosen sind stolz auf ihre Cuvées. Ich finde die meisten sind ein Trauerspiel.

Das Haus Veuve Clicquot

Veive Clicquot ist eines der grössten Champagnerhäuser. Es wurde 1772 gegründet. 1810 hat Veuve Clicquot den ersten Jahrgangswein (Vintage Champagner) in der Champagne produziert. Non-vintage Champagner waren damals Standard. 1816 erfand Madame Clicquot den Rütteltisch, um Champagner zu reinigen. Das Rütteln ist heute für die traditionelle Champagner-Herstellungsmethode („La Methode Traditionelle“) von grundlegender Bedeutung. Eine weitere Erfindung war der erste rosé Champagner. Er wurde ‚zusammengestellt‘ (‘assemblage‘). Assemblage bedeutet, dass Weißweine mit Rotweinen gemischt wurden.

Das liest sich möglicherweise etwas komisch. Das liegt daran, dass immer noch viele französische Begriffe verwendet werden, um die Produktionsschritte zu beschreiben.

Mit so vielen Jahren Erfahrung sollte es einfach sein, einen guten Schaumwein zu machen, oder ?

Testen wir doch mal einen Veuve Clicquot 2008, brut und finden heraus, was er kann. Ein Jahrgangssekt 2008 sollte krachen. Degorgation war 2017. Der Champagne hatte Zeit zum ruhen. Ein Teil der Säure sollte verflogen sein. Das bedeutet ein geringeres Risiko für Sodbrennen.

Veuve Clicquot 2008 brut Etikett
Etikett Veuve Clicquot 2008, brut

Der Korken

Der Kork ist von guter Qualität. Madame Clicquot Ponsardin, bekannt als „die grosse Dame des Chamapgners“, starrt mich von der Korkkappe an. „Veuve Clicquot“ bedeutet übrigens „Die Witwe Clicquot“. Die Dame übernahm das Geschäft von ihrem Ehemann, als er starb. Sie machte das Haus berühmt.

Kork Kappe Veuve Clicquot 2008 brut

Aussehen

Der Champagner hat eine klare blassgelbe Farbe. Er sprudelt sehr stark beim einschenken. Danach zeigt sich eine sehr sehr feine Perlage. Das ist eine Überraschung. Die Bläschen sind weich, sanft und gleichmäßig über einen langen Zeitraum.

Geruch

Ich rieche nicht viel. Einmal schneuzen zur Sicherheit und nochmal eine Nase voll nehmen. Da sind einige dezente Briochenoten. Die sind aber kaum erkennbar. Ein bisschen grüner Apfel taucht auf, wenn ich mich richtig anstrenge. Insgesamt ist der Geruch sehr flach und nicht attraktiv.

5 Minuten später. Der Champagner hatte Zeit zu atmen und sich zu entfalten. Der Geruch verändert sich. Allerdings nicht zum Besseren. Alle Aromen, die vorher kaum da waren, sind weg. Es riecht einfach komisch. Ich kann es nicht beschreiben.

Geschmack

Der Champagner schmeckt wie ein verwässerter Sekt. Das Geschmackserlebnis ist sehr begrenzt und kurz. Ich schmecke etwas grünen Apfel und etwas Brioche. Im Abgang haut mich der hohe Säuregehalt einfach um. Meine Geschmacksnerven und mein Magen protestieren. Das Getränk macht mich nicht glücklich. Ich habe das Glas nicht ausgetrunken.

POP oder Flop

FLOP. Die Flasche ist ein teurer Abflussreiniger. Warum bezahlen die Leute freiwillig Geld für einen Veuve Clicquot 2008? Wo kommt die ganze Begeisterung her? Ich habe etwas für den Preis erwartet. Die Werbung funktionierte irgendwie unbewusst. Ich dachte, ich bin immun gegen die Einflüsterungen des Herstellers. Fehlanzeige. Der Champagner ist langweilig und nicht interessant. Ich hatte viele andere Schaumweine, die mir viel mehr Freude bereitet haben. Und das zu einem Bruchteil des Preises.

Die wunderschönen Blubberbläschen retten den Champagner leider nicht. Der Preis spiegelt nicht die Qualität wider. Die Leute glauben aber leider, was ihnen die Werbung sagt. Glaubt mir. Veuve Clicquot 2008 ist kein guter Tropfen. Pfadfinderehrenwort.

Klick hier, wenn es dich interessiert wie man … einen Veuve Clicquot in die Spüle leert.

Fazit

Ich bin immer noch durstig. Ich verdiene heute ein gutes Glas Champagner.

Nächster Versuch: M. Hostomme, Blanc de Blanc, Grand Cru, Millésime 2008, brut.

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